Gehörschutz für Kinder auf Sommerfesten: Wie laut ist zu laut?

Auf dem Sommerfest zieht es Kinder überallhin: erst zur Hüpfburg, dann zum Eisstand und schließlich direkt vor die Bühne. Dort läuft Musik, der Moderator spricht ins Mikrofon und später beginnt vielleicht noch eine Band zu spielen.

Für Eltern klingt ein Sommerfest zunächst kaum nach einer besonders lauten Veranstaltung. Die Bühne steht jedoch oft dicht an den Sitzplätzen und Kinder kommen den Lautsprechern beim Spielen schnell sehr nahe. Dazu kommen Musik, Stimmengewirr und manchmal ein Feuerwerk. Über mehrere Stunden kann das für das Gehör ziemlich anstrengend werden.

Kinder sagen häufig erst spät, dass es ihnen zu laut ist

Erwachsene wechseln den Platz, sobald die Musik unangenehm wird. Kinder achten während des Spielens weniger darauf. Manche bleiben direkt neben einem Lautsprecher stehen, weil dort gerade etwas Interessantes passiert. Andere empfinden die Lautstärke zwar als unangenehm, können das Gefühl aber noch nicht richtig beschreiben.

Eltern sollten deshalb auf kleine Reaktionen achten. Ein Kind hält sich vielleicht die Ohren zu, wird plötzlich unruhig oder möchte ohne erkennbaren Grund weg von der Bühne. Auch Weinen, Gereiztheit und der Rückzug an einen ruhigeren Ort können darauf hinweisen, dass die Geräuschkulisse gerade zu viel ist.

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit weist darauf hin, dass Lärm bei Kindern unter anderem Hörminderungen, Ohrgeräusche, körperliche Stressreaktionen und Schlafprobleme auslösen kann.

Eine einfache Regel für Eltern

Eine Dezibelanzeige gehört selten zur Ausstattung eines Familienausflugs. Trotzdem lässt sich die Lautstärke grob einschätzen:

Müssen Sie sich aus kurzer Entfernung gegenseitig anschreien, ist es auch für Ihr Kind sehr laut.

Die Belastung hängt von mehreren Punkten ab:

  • der Lautstärke
  • der Dauer des Aufenthalts
  • dem Abstand zur Bühne oder zu den Lautsprechern
  • den Ruhepausen während der Veranstaltung

Eine kurze Musikaufführung aus größerer Entfernung belastet das Gehör anders als mehrere Stunden direkt neben einer Lautsprecherbox. Die Weltgesundheitsorganisation betont ebenfalls, dass Lautstärke und Einwirkungsdauer gemeinsam betrachtet werden müssen.

Der richtige Platz macht viel aus

Kinder möchten gerne sehen, was auf der Bühne passiert. Dafür müssen sie nicht direkt vor dem Lautsprecher stehen. Ein Platz seitlich der Bühne oder einige Reihen weiter hinten ist oft deutlich angenehmer.

Vor dem Hinsetzen lohnt sich ein kurzer Blick auf die Lautsprecher. Steht eine Box direkt neben dem Tisch, kann ein anderer Platz die bessere Wahl sein. Das gilt auch für den Kinderbereich: Eine Hüpfburg oder Spielstation in Bühnennähe kann über längere Zeit erstaunlich laut werden.

Bei einem Feuerwerk hilft vor allem Abstand. Der plötzliche Knall unterscheidet sich von gleichmäßiger Musik und kann Kinder erschrecken. Ein Gehörschutz sollte deshalb schon vor dem ersten Knall sitzen.

Hörpausen lassen sich leicht einbauen

Ein Sommerfest bietet meist genug Möglichkeiten für eine Pause. Eine Runde über das Gelände, ein Besuch am Getränkestand oder einige Minuten auf einem ruhigeren Spielplatz unterbrechen die dauerhafte Geräuschkulisse.

Diese Pausen sollten eingeplant werden, bevor das Kind erschöpft oder gereizt wirkt. Besonders bei kleinen Kindern kann eine längere Veranstaltung anstrengend werden, auch wenn sie selbst noch begeistert weiterspielen möchten.

Ein guter Zeitpunkt für eine Pause ist beispielsweise:

  • nach einer längeren Musikaufführung
  • vor dem nächsten Bühnenprogramm
  • sobald das Kind häufig an den Ohren reibt
  • bei Unruhe, Kopfschmerzen oder einem Druckgefühl
  • nach einem Feuerwerk oder anderen lauten Programmpunkten

Welcher Gehörschutz eignet sich für Kinder?

Der Gehörschutz muss zum Alter, zur Ohrgröße und zur Veranstaltung passen. Auch der Tragekomfort spielt eine wichtige Rolle. Drückt oder verrutscht der Schutz ständig, bleibt er meist nicht lange auf den Ohren.

Kapselgehörschutz

Ein Kapselgehörschutz lässt sich schnell aufsetzen und eignet sich besonders für jüngere Kinder. Er umschließt beide Ohren und kann bei Live-Musik, Festumzügen, Feuerwerken oder Sportveranstaltungen verwendet werden.

Wichtig ist ein kindgerechtes Modell, das sicher sitzt und keinen unangenehmen Druck am Kopf verursacht. Zu lockere Kapseln können verrutschen und die gewünschte Dämmung verlieren.

Am besten probiert das Kind den Gehörschutz bereits zu Hause aus. So ist das Gefühl am Veranstaltungstag vertraut.

Ohrstöpsel für ältere Kinder

Für größere Kinder können passende Ohrstöpsel infrage kommen. Ein korrekter Sitz ist dabei entscheidend. Zu kleine oder nur locker eingesetzte Stöpsel schützen deutlich schlechter.

Das Kind sollte weiterhin angesprochen werden können und sich mit dem Gehörschutz wohlfühlen. Universelle Modelle passen allerdings nicht in jedes Ohr gleich gut.

Maßgefertigter Gehörschutz

Besucht eine Familie regelmäßig Konzerte, Sportveranstaltungen oder laute Feste, kann ein maßgefertigter Gehörschutz sinnvoll sein. Dafür wird ein Abdruck der Ohren genommen und der Schutz individuell angefertigt.

Je nach Ausführung stehen unterschiedliche Filter zur Verfügung. Sie reduzieren die Lautstärke, während Sprache und Musik weiterhin gut hörbar bleiben. Der sichere Sitz ist gerade bei Kindern hilfreich, die viel in Bewegung sind.

Da Kinder wachsen und sich auch ihre Ohren verändern, sollte die Passform regelmäßig kontrolliert werden.

Gehörschutz zu Hause ausprobieren

Der erste Einsatz sollte möglichst nicht vor einer lauten Bühne stattfinden. Zu Hause kann das Kind den Gehörschutz in Ruhe kennenlernen und selbst auf- und absetzen.

Eltern sehen dabei schnell:

  • Sitzt der Schutz bequem?
  • Verrutscht er beim Laufen oder Spielen?
  • Kann das Kind weiterhin angesprochen werden?
  • Stören Brille, Mütze oder lange Haare den Sitz?
  • Akzeptiert das Kind den Gehörschutz über längere Zeit?

Hilfreich ist auch eine einfache Erklärung: Der Gehörschutz macht die Musik angenehmer und sorgt dafür, dass die Ohren nach dem Fest nicht pfeifen oder sich komisch anfühlen.

Was tun, wenn das Kind nach dem Fest schlechter hört?

Nach einer lauten Veranstaltung kann das Gehör vorübergehend dumpf wirken. Manche Kinder beschreiben ein Piepen oder Rauschen, andere sprechen lauter als sonst oder drehen den Fernseher stärker auf.

Jetzt braucht das Gehör zunächst Ruhe. Kopfhörer, laute Musik und weitere geräuschintensive Aktivitäten sollten pausieren.

Halten das dumpfe Gefühl, Ohrgeräusche oder Hörprobleme an, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll. Schmerzen, plötzliches schlechteres Hören oder starke Beschwerden sollten zeitnah kinder- oder HNO-ärztlich untersucht werden.

Eltern, die sich grundsätzlich unsicher sind, wie gut ihr Kind hört, können das Hörvermögen zusätzlich überprüfen lassen.

Passender Gehörschutz für die ganze Familie

Ein Sommerfest soll Kindern in guter Erinnerung bleiben – mit Musik, Spielen und einem langen Abend draußen. Ein geeigneter Platz, regelmäßige Pausen und passender Gehörschutz helfen dabei, die Lautstärke im Blick zu behalten.

Bei HÖRLAND beraten wir Familien zu verschiedenen Gehörschutzlösungen und prüfen, welche Ausführung zum Alter und zum jeweiligen Einsatz passt. Auch maßgefertigte Lösungen sind möglich.

Besuchen Sie uns in Hof, Münchberg, Rehau, Marktredwitz oder Waldsassen. Unser Team nimmt sich Zeit für Ihre Fragen und zeigt Ihrem Kind in Ruhe, wie der Gehörschutz richtig sitzt.

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