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Kinderspielzeug zu laut? So schützen Sie kleine Ohren

Kaum ist das Geschenk ausgepackt, geht es los: Das Feuerwehrauto heult, die Puppe singt und aus dem Spielzeugtelefon ertönt bei jedem Tastendruck eine neue Melodie. Das Kind ist begeistert – Mama und Papa zucken beim ersten Ton zusammen.

Manches Spielzeug ist erstaunlich laut. Und weil Kinder ihre Lieblingsgeräusche gerne zehn-, zwanzig- oder fünfzigmal hintereinander abspielen, stellt sich schnell die Frage: Ist das eigentlich noch gut für kleine Ohren?

Kinder halten Spielzeug besonders nah ans Ohr

Erwachsene hören ein Spielzeug meistens aus etwas Entfernung. Kinder gehen damit ganz anders um. Sie nehmen das klingelnde Telefon direkt ans Ohr, halten die sprechende Figur dicht an den Kopf oder liegen mit dem Gesicht unmittelbar neben der Spielzeugbox.

Dadurch kann ein Geräusch am Ohr deutlich lauter ankommen, als es für Erwachsene im Raum wirkt. Entscheidend ist außerdem, wie laut ein Ton ist, wie lange er anhält und wie häufig das Kind ihm ausgesetzt ist. Je höher die Lautstärke und je länger die Belastung, desto größer ist das Risiko für das Gehör.

Ein kurzer lauter Ton führt nicht automatisch zu einem Hörschaden. Wiederkehrende oder sehr intensive Geräusche sollten Eltern trotzdem ernst nehmen – besonders dann, wenn das Spielzeug direkt am Ohr verwendet wird.

Das eigene Empfinden ist ein guter erster Hinweis

Ein Spielzeug kann die gesetzlichen Sicherheitsanforderungen erfüllen und sich im Alltag trotzdem unangenehm laut anhören. Auch das CE-Zeichen schließt eine mögliche Belastung nicht vollständig aus. Das Umweltministerium Nordrhein-Westfalen empfiehlt deshalb, Spielzeug selbst auszuprobieren und sich zusätzlich auf das eigene Gehör zu verlassen.

Ein einfacher Alltagstest hilft:

Halten Sie das Spielzeug ungefähr in der Entfernung an Ihr eigenes Ohr, in der Ihr Kind es vermutlich benutzen wird. Erschrecken Sie beim Einschalten, empfinden Sie den Ton als schrill oder möchten Sie das Spielzeug sofort wieder weiter weg halten, sollte es auch für Ihr Kind leiser werden.

So wird lautes Spielzeug schnell etwas angenehmer

Viele Spielsachen besitzen inzwischen einen Lautstärkeregler. Die niedrigste Stufe reicht im Kinderzimmer meistens vollkommen aus.

Fehlt eine Regelung, können kleine Veränderungen helfen:

  • Kleben Sie den Lautsprecher teilweise mit einem stabilen Klebestreifen ab.
  • Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Spielzeugtelefone und Geräuschfiguren etwas vom Ohr entfernt gehalten werden.
  • Schalten Sie laute Spielsachen nach einer Weile gemeinsam aus und schaffen Sie ruhige Spielphasen.
  • Achten Sie beim Kauf auf eine einstellbare Lautstärke oder auf Spielzeug, das auch ohne Geräusche Freude macht.
  • Entfernen Sie Batterien, falls ein Spielzeug dauerhaft unangenehm laut bleibt.

Gerade bei jüngeren Kindern sollten Eltern außerdem darauf achten, dass sich Klebestreifen oder andere kleine Teile nicht lösen können.

Laut bedeutet für Kinder häufig einfach spannend

Kinder drücken den Geräuschknopf selten fünfzigmal, um ihre Eltern auf die Probe zu stellen. Der Ton löst unmittelbar etwas aus: Das Fahrzeug reagiert, die Figur spricht oder die Melodie beginnt von vorne. Diese Wiederholung macht Spaß und vermittelt dem Kind, dass es selbst etwas bewirken kann.

Verbote führen deshalb häufig zu Frust. Hilfreicher ist es, die Lautstärke gemeinsam zu verändern: „Das ist ganz schön laut. Wir stellen es etwas leiser, dann können wir besser damit spielen.“

So lernt das Kind nach und nach, auf angenehme Lautstärken zu achten, ohne dass das Lieblingsspielzeug sofort verschwinden muss.

Welche Anzeichen sollten Eltern aufmerksam machen?

Kinder können oft noch nicht erklären, dass sich ein Geräusch unangenehm anfühlt oder dass sie schlechter hören. Veränderungen zeigen sich deshalb manchmal erst im Verhalten.

Achten Sie darauf, ob Ihr Kind

  • häufig nachfragt,
  • auf Ansprache nicht zuverlässig reagiert,
  • Fernseher oder Tablet auffällig laut einstellt,
  • über Ohrgeräusche oder ein dumpfes Gefühl klagt,
  • nach lautem Spielen ungewöhnlich geräuschempfindlich wirkt.

Solche Beobachtungen können viele Ursachen haben. Halten sie an oder haben Sie das Gefühl, dass Ihr Kind schlechter hört, sollte das Gehör fachlich überprüft werden. Eine frühe Abklärung ist bei Kindern besonders wichtig, weil gutes Hören eng mit der Sprachentwicklung, dem Lernen und der Orientierung im Alltag verbunden ist.

Lieber einmal genauer hinhören

Ein Kinderzimmer muss natürlich nicht still sein. Lachen, Singen, Toben und Spielen gehören zu einer lebendigen Kindheit. Bei elektronischem Spielzeug lohnt es sich jedoch, die Lautstärke im Blick zu behalten.

Manchmal genügt bereits die niedrigste Stufe. Manchmal hilft ein kleiner Klebestreifen über dem Lautsprecher. Und manchmal darf ein besonders schrilles Spielzeug auch einfach ohne Batterien weiterbespielt werden.

Sie sind unsicher, ob Ihr Kind gut hört oder haben Veränderungen bemerkt? Das Team von HÖRLAND Kids nimmt sich Zeit für Ihre Fragen und überprüft das Gehör Ihres Kindes kindgerecht und mit viel Einfühlungsvermögen.

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